Buchrezension: Susanne Lang – Ziemlich feste Freunde

Hallo meine Lieben,

zum Wochenstart wird es endlich mal wieder Zeit für eine neue Buchrezension. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wieviele Bücher noch auf meiner „unbedingt lesen“ Liste stehen… erm, genauer gesagt: sie stapeln sich nun auf meinem kleinen Nachttisch. Und ja, nun kann man es wirklich schon Stapel nennen!

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Facts & Figures

Erschienen im blanvalet Verlag gehört das heutige Leseexemplar wohl zu der Kategorie Sachbuch, aber (!!!) es geht um das schöne Thema Freundschaft. Die Autorin Susanne Lang (Ressortleiterin beim Freitag) hat im Frühjahr dieses Jahres ihr Buch „Ziemlich feste Freunde – Warum der Freundeskreis heute die bessere Familie ist“ herausgebracht. Mit unter 200 Seiten (inkl.e Einleitung, Danksagung und Literaturverzeichnis) also eine schöne handliche Lektüre und wie anfangs angedeutet: bitte nicht vom Genre „Sachbuch“ abschrecken lassen. Aber dazu später mehr.

Klappentext

Freunde werden aufgrund der Brüchigkeit von Beziehungen immer wichtiger«, schreibt Soziologin Eva Illouz. »Freunde sind die neue Familie«, titelte der STERN schon in den Neunzigern – und auf den ersten Blick ist es plausibel: Ehen gehen schneller entzwei, Familien zerbrechen, wir gehen zum Studieren in die Ferne, ziehen der Arbeit halber ans andere Ende der Republik. Wir müssen mobil sein, lassen unser Heimatdorf und alte Freunde zurück, finden neue. Suchen sie uns selbst aus, anstatt wie mit der Familie auf immer verbunden zu sein. Sind Freundschaften das Resultat moderner, individueller Selbstbestimmung? Und welche Rolle spielen Facebook-Freunde?

In Form einer Kulturgeschichte der Freundschaft unterzieht Susanne Lang verschiedene Arten der Freundschaft einem Reality-Check, entlarvt Freundschaftsmythen- und plaudert aus dem Nähkästchen und aus dem eigenen Freundeskreis. Nein: aus den eigenen FreundeskreiseN.

Meine Meinung zum Buch

Freundschaft, ein Sachbuch und ich wollte es lesen. Eine seltsame Kombination, aber aktuell steht mir nahezu gar nicht der Sinn nach meinen „normalen Genres“ (Krimi, Thriller, evtl. spannende Romane). Aber das Buch klang interessant, eine junge Autorin, dazu aus NRW (ihr kennt Heimatverbundenheit, nicht wahr 😉 ) und ein Thema das uns allen wahrscheinlich sehr am Herzen liegt: Freunde. Inhaltsverzeichnisse interessieren mich normalerweise nicht, null, nada. Weder bei Büchern, noch bei Zeituschriften: ich lese mich meistens so durch das jeweilige Exemplar durch. In diesem Falle war es anders, denn als Sachbuch wollte ich einmal schauen, was thematisch auf mich zukommt. Ich war überrascht, als ich sah, dass Susanne Lang das Buch mit seinen knapp 200 Seiten auf 12 verschiedene Kapitel aufgesplittet hatte. So kurz -dachte ich mir? Bereits auf den ersten Seiten -spätestens beim dritten Kapitel- habe ich aber bemerkt, dass es äusserst sinnig ist diese Unterteilung vorzunehmen.

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Die Autorin beginnt mit einem kleinen Intro über Ihre derzeitige Situation mit einer Anekdote aus einem frühmorgendlichen Linienbustrip in Berlin. Und damit sind mir eigentlich schon mittendrin: ihre derzeitige missliche Lage besteht darin zwischen Ihrem Wohnort (Berlin) und dem potentiellen neuen Lebensumfeld (Hamburg) zu wählen. Aufgrund der Arbeit Ihres Mannes sehen sich beide nur am Wochenende, im Raum steht die Frage wann Sie mitsamt Kind umzieht. Dazu erstellt sie eine Liste mit Punkten für Berlin, bzw. Hamburg mit ganz unterschiedlichen Aspekten. Der wichtigste und fett geschriebene Pluspunkt für Berlin waren -klar- Ihre Freunde!

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Und so analysiert die Autorin verschiedenste Seiten der Freundschaft: Typen von Freunden, Freunde und „Freunde“, Umgang unter Freunden, und vieles mehr. Eigentlich sind die einzelnen Kapitel schon ausdrucksstark genug um sich etwas unter dem Inhalt vorzustellen. Ich werde euch die Kapitel einmal auflisten:

  • Intro: Meine Freunde
  • Wahre Freunde – das Ideal
  • Gute Freunde – Die postmoderne Realität
  • Ziemlich beste Freunde – Das pragmatische Ideal im digitalen Alltag
  • Facebook Freunde – Globamigos unter sich: Die Realität in den Nullerjahren
  • Beste Freundinnen – Klischees und feministische Realität: Die wichtigsten Frauen im Leben einer Frau
  • Beste Kumpel – Projekt fürs Leben: Die wichtigsten Männer im Leben eines Mannes
  • Romantische Freunde – Abschied vom Harry-und-Sally-Syndrom: Das neue Verhältnis zwischen Männern und Frauen
  • Die lieben Frollegen – Willkommen in der neuen Arbeitswelt: Wenn Kollegen zu Freunden werden
  • Ausblick: 11.000 Freunde sollt ihr sein! – Warum wir in Zukunft mehr Freunde brauchen und haben werden
  • Danksagung
  • Quellen- und Literaturverzeichnis

IMG_3285_kIch möchte auch auch ehrlich gesagt nicht allzu viel von den einzelnen Kapiteln vorher verraten. Es ist stilistisch ein schön schlichtes (nicht negativ belegt!) Buch, manche Ausflüge in die Filmwelt (durch das beispielhafte Heranziehen von Filmszenen) lassen einen in Erinnerungen und Vergleichen schwelgen, genannte Literaturquellen inspirieren zum Weiterlesen (so liebäugel ich gerade mit einem Werk von Freud 😉 ). „Ziemlich feste Freunde“ eignet sich wunderbar, um einmal ein wenig in den eigenen FreundeskreiseN zu reflektieren, nachzudenken und eventuell einmal ein wenig „aufzuräumen“ mit Vorurteilen, Ansprüchen und dem doch mittlerweile etwas veralteteten Bild von Freundschaften. Denn wir entwickeln uns weiter und das in einer Art und Weise die auch ein anderes Denken und Handeln gegenüber unseren Mitmenschen mit sich bringt. IMG_3287_k

So, wer das Buch also gelesen wird nun verstehen warum ich nun erst einmal „ich und Elaine“ von 2Raumwohnung anhören werde (ist übrigens auch schon seit Jahren eines meiner Liebelingslieder) 😉

Gehabt euch wohl und einen schönen Sonntag!

Herzlichst, Jana.

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