Rezension: Alice Spogis – Burnout -für immer auskuriert: Ein Juist Thriller

Hallo meine Lieben,

es ist mal wieder Zeit für eine Rezension. Oder sagen wir mal so: Ich habe es endlich geschafft, das Buch durchzulesen. Aber nun mal ganz von vorne: von BloggdeinBuch (in Kooperation mit dem Sutton Verlag) war ich eine der Glücklichen, die das Printbuch von Alice Spogis bekommen sollten.

Klappentext:

Ella Brandt ist am Ende. Fertig. Den Job los. Den Mann los. Auf Juist sucht die Münsteraner Journalistin Rettung in der Dunenburg-Klinik. Rettung vor sich selbst, vor einem Leben, das sich nur noch falsch anfühlt. So schlimm wie befürchtet sind die Klinik und die anderen Patienten gar nicht. Vor allem versteht Dr. Rottmann sein Handwerk. Die Spezialtherapie des Chefarztes soll wahre Wunder wirken. Dazu das Meer, die Dünen. Und dieser Lysander hat es ihr angetan, muss sich Ella widerwillig eingestehen. Schade, dass der sich mehr für ihre depressive Tischnachbarin Mascha interessiert. Eines Morgens ist Mascha tot. Selbstmord, heißt es. Doch erst als auch noch die beste Schwimmerin unter den Patienten „ertrinkt“, wacht Ella auf: Hier stimmt etwas nicht! Wenn sie überleben will, muss sie kämpfen. Nicht nur gegen ihre eigenen Dämonen …

Alice Spogis – Burnout

Meine Meinung (Achtung Spoiler sind enthalten!):

Da ich in meinem privaten Umfeld doch für das Thema Burnout sensibilisiert worden bin, war es für mich im ersten Moment sehr spannend, wie man dieses Thema wohl als Buch umsetzen kann.

Die Erwartungen waren somit groß, leider bin ich doch etwas enttäuscht wie dieses Thema behandelt wurde. Grb zusammenfassend könnte man sagen, dass ein „neuer Mensch im Leben“ cheinbar vieles leichter macht und man nahezu „geheilt“ aus dieser Zeit herauskommt. Was für ein Trugschluss; ein sehr oberflächliches Bild.

Schade, denn im Allgemeinen ist das Buch soweit in Ordnung. Eine typische Urlaubslektüre mit einer stringenten Geschichte, annehmbaren Hauptcharakteren und schlicht aber ordentlich geschrieben. Ella, die Protagonistin, ist ausgebrannt und sucht Hilfe und Zuflucht in der Juister Dunenburg-Klinik. Ich denke auch, dass die ersten Beschreibungen dieses Charakters ganz ordentlich getroffen sind, jedoch bin ich der Meinung, dass es für Außenstehende niemals ersichtlich sein wird, wie sehr Menschen unter diesem Krankheitsbild zu leiden haben. Wie sehr man nun dieser Krankheit die Bedeutung des Buches beimessen möchte ist aber jedem selbst überlassen. Ich denke für den Großteil der Leser stützt sich swieso auf die restliche Handlung des Buches statt auf Ellas Gefühlswelt.

Das bringt allerdings auch Prbleme mit sich, dieses Buch wirklich aufmerksam zu lesen. Denn ehrlich gesagt fehlt 2/3 des Buches jegliche Spannung. Die Irrungen und Wirrungen die es scheinbar zwischen den Patienten, zwischen den Ärzten und Angestellten als auch zwischen Angestellten und Patienten herrschen werden angerissen, vieles bleibt der Fantasie überlassen und man überlegt häufig inwiefern diese „Randgeschichten“ nun wirklich ausschlaggebend sind. Bis auf Ella, die ihre Zuneigung zu Lysander entdeckt und bei diesen Gespärchen treibt es Alice Spogis leider doch etwas zu sehr auf die Spitze. Die endlos langen Gespräche zwischen den beiden Personen sind irgendwann so unerträglich, dass man das Buch gerne zur Seite legen möchte. Ich habe mich bei diesen Passagen immer wieder motivieren müssen das Buch zu lesen, denn normalerweise lese ich die Bücher immer bis zum Ende durch.

Darüber hinaus scheinen eine Patienting un d zwei Ärzte unglaublich aus der Reihe zu fallen (aber auch alles nur im letzten Drittel des Buches). Leider versucht Spogis hier ein möglichst großes Repertoire an Szenarien und scheinbarem Wissen über Medikamente, „Projekte“ und weitere Themenfelder der Psychsomatik, Versuche im medizinischen Bereich, etc abzudecken.

Für mich ist und bleibt es ein Buch, dass ich niemandem weiterempfehlen kann. Zuviele gute (Fach-) Literatur gibt es zum Thema Burnout, zuviele gute Thriller, Krimis und Romane können auf diesem Niveau weitaus mehr bieten als dieses Buch.

Schade, aber eines von fünf Punkten weil Frau Spogis sich an das Thema herangetraut hat.

 

Meine Rezension findet ihr übrigens auch auf BloggdeinBuch (ist aber deckungsgleich mit dieser hier!).

Ein kleines „OFF“ Topic: wobei.. ist es so „Off“?

Mal am Rande, hat jemand von euch schon die Psychopathen Polka gelesen? Ich finde den Titel alleine irgendwie schon so witzig 😉

 

Seid gegrüßt, schönen Tag und herzerfrischende Grüße

Jani.

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3 Antworten zu Rezension: Alice Spogis – Burnout -für immer auskuriert: Ein Juist Thriller

  1. Es handelt sich ja auch nicht um ein Sach- oder Fachbuch. Wenn der Titel auch etwas anderes vermuten lässt, ist es doch ein Thriller.

    • Jani G. schreibt:

      hej Beatrix, na klar sicherlich.
      trotzdem hätte ich mir einfach etwas anderes erhofft 🙂

      • Nun ja, das kommt immer wieder vor. Die Verlage schicken uns Bücher, die auf den ersten Blick vielversprechend sind und dann nicht halten, was man sich erhofft hat. Ich habe aber auch schon ein Buch zur Hand genommen, von dem ich befürchtete, mich da durchquälen zu müssen und letztlich war ich begeistert!

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