Rezension: Robert Galbraith – Der Ruf des Kuckucks

 

Ich habe es geschafft!

Das Buch „Der Ruf des Kuckuck“ habe ich nun endlich durch und möchte euch auch gerne wieder meine Rezension zu diesem Buch vorstellen.

Der Ruf des Kuckucks – Cover

 

Beginnen wir mit dem Klappentext:

Als das berühmte Model Lula Landry von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzt, steht für die ermittelnden Beamten schnell fest, dass es Selbstmord war. Der Fall scheint abgeschlossen. Doch Lulas Bruder hat Zweifel -ein Privatdetektiv soll für ihn die Wahrheit ans Licht bringen.

Cormoran Strike hat in Afghanistan körperliche und seelische Wunden davongetragen, mangels Aufträgen ist er außerdem finanziell am Ende. Der spektakuläre neue Fall ist seine Rettung, doch der Privatdetektiv ahnt nicht, was die Ermittlungen ihm abverlangen werden. Während Strike immer weiter eindringt in die Welt der Reichen und Schönen, fördert er erschreckendes zutage und gerät selbst in große Gefahr…

 

Nun setzen wir einmal den Klappentext entgegen den Buchinhalt:

Der Beginn des Buches ist erst einmal fesselnd: man beginnt mitten im Geschehen. Als einer der Anwesenden „Gaffer“ fühlt man sich direkt an den Unglücksort des vermeintlichen Selbstmordes des schönen Models Lula Landry versetzt und steigt direkt in die Geschichte ein. Der Einstieg in das Buch fällt somit doppelt leicht: man langweilt sich weder mit langweiligen Beschreibungen, noch mit einer ausschweifenden Sprache, denn das muss ich der Autorin zugute halten: sie schreibt klar und ohne große „Schnörkelei“ wie man es eben von Joanne K. Rowling kennt.

Doch meiner Meinung nach eignet sie sich leider nicht für eine Krimiautorin -zumindest nicht, wenn ich mir nur dieses Buch im Vergleich mit ihren Harry Potter Werken ansehe. Was auf dem Klappentext so spannend beschrieben ist, ist für meinen Geschmack leider vollkommen überzogen dargestellt. Selten hat ein Klappentext für 638 (!!!) Seiten soviel versprochen und so wenig gehalten. Für den ein der anderen mag diese Buchseitenanzahl schon immens erscheinen, wer die HP Reihe gelesen hat wird sich hiervon wohl nicht abschrecken lassen.

Nach dieser Einleitung kommt leider eine ganze Zeitlang erst einmal gar nichts. Eine durchschnittliche Geschichte mit wenig Highlights hangelt sich durch über 500 Seiten auf denen dem Leser in Minihäppchen eine mehr der weniger interessante Information zu der weiteren Geschichte zugeworfen wird. Lange habe ich mit mir gerungen dieses Buch überhaupt zu Ende zu lesen, leider bringe ich es so gut wie nie übers Herz ein Buch (ooh, ich liiiebe Papier!!!) ohne es zu Ende gelesen zu haben wegzulegen. Jedenfalls bekommt man etwas aus der Lebensgeschichte des Privatdetektives erzählt, ein paar Anekdoten wie es wohl in den High Society Kreisen zugehen könnte in denen gemauschelt, fremdge…elt und betrogen wird, dass es mehr nicht geht.

Doch diese Geschichte reißt mich einfach nicht mit. Soviele Belanglosigkeiten werden im Verlauf des Buches dargestellt, dass ich mich wirklich gelangweilt habe und somit auch über 4 Wochen gebraucht habe um es durchzulesen. Es ist für mich leider kein Krimi geworden und erst recht kein Buch, dass ein solches Lob zuteil wird, wie es in der gebundenen Fassung auf dem Einband zu sehen gibt. Betitelt ist das Buch als Roman mit Zitaten bestickt, die „erfrischend“, „brilliant“ und „bemerkenswert“ enthalten. Doch meines Erachtens hat man hier den Namen der Autorin gelobt und nicht das Buch. Wie ihr merkt, ich bin leider zutiefst enttäuscht.

Die ehemalige Freundin des Privatdetektives wird -völlig überflüssiger Weise- immer wieder zum Teil des Buches, der Zwiespalt zwischen Strikes neuer Assistentin und ihrem Lebensgefährten ebenfalls. Der Protagonist Comoran Strike ist als solches ein sympathisches Kerlchen: ein Hühne von einem Mann -> groß und nicht nur 75kg wiegend. Aber wie soll es anders sein: richtig, er ist das uneheliche Kind eines alternden Rockstars. Entstanden durch einen Seitensprung des Vaters mit einem Groupie. Ach, und dieses Groupie -seine Mutter- ist dazu ja noch drogenabhängig und mittlerweile tot. Was das alles mit der Geschichte zu tun fragt ihr euch? Ehrlich gesagt gar nichts. Denn das, was sich noch über Hintergründe von Cormoran Strike, seiner Familie und seinen Freunden auftut ist für die Geschichte weder ausschlaggebend noch nützlich bzw. entscheidend.

Letzten Endes entscheidet sich auf knapp 100 Seiten alles: man erfährt die Zusammenhänge, entdeckt als Leser auch endlich, was Strike in seinen Ermittlungen aufgefallen ist und es kommt zum kleinen-großen Showdown. Rowling/Galbraith verliert sich zum Teil einfach in zu vielen persönlichen Beschreibungen der ganzen Situation bzw. Darsteller und ihrer „Verbundenheit“. Für mich persönlich hätte man das ganze Geschehen auf 200 Seiten in einem spannenden kurzen Krimi unterbringen können, alternativ als netten Sonntag-Abend-Film.

Von mir erhält dieses zähe Werk also leider nur ein „ausreichend“, 2 von 5 Sterne, wenn ihr es als bekannte Bewertungsskala haben möchtet. Darüber hinaus rätsele ich immer noch, warum das Buch den Titel „Der Ruf des Kuckucks“ trägt…. Geht es um das Kuckuckskind? Um den übergroßen Vogel der alle anderen aus seinem Nest schiebt? Ich weiß es nicht, denn auch der englische Originaltitel besitzt 1:1 den gleichen Wortlaut.

Falls sich trotzdem jemand von dem im blanvalet Verlag erschienenden Buch überzeugen möchte: bittesehr 🙂 Die Geschmäcker sind eben verschieden.

Bei Fragen, fragen!

Herzlichst,

Jani.

Vielen Dank nochmals an den Verlag: blanvalet und  Blogg dein Buch. Immer wieder schön, die Möglichkeit zu kriegen verschiedenste Titel zu lesen.

Und bestellen könnt ihr den Titel u.a. hier.

 

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