Gedanken zur Vorweihnachtszeit

Weihnachtsmärkte, Glühwein, Christbaumkugeln… Begriffe, die in der dunklen Jahreszeit doch für etwas Wärme in den Gedanken und Herzen sorgen. Es ist doch schön über die Weihnachtsmärkte zu schlendern, sich mit (alten) Freunden zu treffen und einen Glühwein zu trinken…

Oder?

Ja! Ist es! Und doch irgendwie nicht.

Denn manchmal fühle ich mich hierbei, als würde alles nach „Schema F“ ablaufen. Die immer gleichen Marktstände mit den immer gleichen, überteuerten -meist irgendwo im Ausland- billig eingekauften Waren; der Glühwein aus dem 10 Liter Tetrapack in den so toll und kunstvoll entworfenen Keramikbechern (schon einmal versucht, einen „Stiefel“ wieder sauberzumachen?) und die Massen an Menschen, die sich mittlerweile zu Tonnen die Plastikchristbaumkugeln eines bekannten schwedischen Möbelhauses kaufen und daheim möglichst dekorativ in den 20€ Weihnachtsbaum von Rewe hängen.

Nein, ich möchte nicht auf alles schimpfen, was die Zeit vor Weihnachten ausmacht. Es ist auch okay auf die Weihnachtsmärkte zu gehen, Glühwein aus dem riesigen Kochtopf zu trinken und sich einen Supermarkt Tannenbaum aufzustellen. IKEA-Christbaumkugeln übrigens auch 😉

Ich fühle mich aktuell rastlos.. irgendwie unvollständig und bin auf der Suche. Aber nach was?

Klassische Weihnachtsmärkte sind schön! Besucht man sie, wenn es hell ist, hat man zwar genügend Platz jedoch kommt irgendwie nicht die richtige Stimmung auf, oder? Dämmert es oder es ist bereits dunkel strömen Scharen von Menschen zu den Märkten und selten ist dieser Weihnachtsmarktbummel wirklich entspannend, oder? Aber ist Entspannung eigentlich das was wir in der Vorweihnachtszeit wirklich möchten? Wir freuen uns doch meist, dass wir viel unternehmen: Weihnachtsfeiern & -märkte, Planen des Weihnachtsfestes und allem was dazu gehört. Man wuselt sich gefühlt durch den Dezember bis es vor lauter Geschenkeinkauf plötzlich heißt: huch, es ist schon der 24.! Nun wird der Stress meist noch etwas größer, denn plötzlich fällt einem ein, dass passende Servietten fehlen oder wir gerne doch noch eine klitzekleine Kleinigkeit zur „Abrundung“ der Geschenke für die Liebsten kaufen würden.

Ich für meinen Teil habe ein Jahr selten so bewusst wahrgenommen, wie dieses. Es war aufregend: mal im positiven, mal im negativen Sinne. Klar geworden ist mir in den letzten Tagen vor allem, dass ich mehr Ruhe benötige. Ruhe um die Gedanken zu reflektieren, Ruhe um einfach einmal mit einer Tasse Tee am Fenster zu stehen und in den Garten zu schauen. Abzuwarten, bis sich einer der kleinen Vögel in das neue Häuschen traut… bis der Nebel sich morgens früh aus den Tälern verzogen hat… bis der Liebste aufgestanden ist. Manchmal ist es -vor allem in dieser Zeit- einfach nur schwierig für mich, die vielen Dinge zu erledigen, die man auf den „To Do Listen“ stehen hat, die man erledigt haben möchte, weil es schön wäre, wenn es erledigt ist oder schlicht und einfach, weil es sein muss!

Manchmal würde ich einfach gerne den ganzen Tag auf dem Sessel oder der Couch sitzen und einfach an gar nichts denken. Nicht einmal daran, dass ich irgendwann aufstehen muss um einige (meist belanglose) Dinge zu tun. Aber schafft ihr das, eure Gedanken soweit auszublenden, dass man an gar nichts denkt? Wirkliches Loslassen der Gedanken ist für mich unheimlich schwierig, aber wenn es denn geht, umso entspannender. Die Gedanken sind zwar immer noch da; so scheint es aber doch: man ist ganz weit weg und realisiert die Gedanken einfach nicht mehr. Während des Schreibens frage ich mich gerade, warum das Wort „gedankenlos“ häufig so negativ belegt ist.

Ich werde einmal darüber nachdenken…

denn jetzt gerade habe ich dazu einige Zeit. Es ist 2 Uhr nachts und ich kann nicht schlafen. Warum?

Ich glaube, ich habe mir eben -im Bett wachliegend- zu viele Gedanken gemacht.

Zu größerer Klarheit über seine Gedanken gelangt man, indem man sie anderen klar zu machen sucht. -Joseph Unger-
 
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